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im Roten Salon


Skandal: 'trend' weicht Auseinandersetzung mit Kalaschnikow aus

An Karl Mueller (aus der beliebten Serie: Kalle dreht durch)

Wir von der KALASCHNIKOW-Redaktion sind echt empört. Da hatten wir mit banger Erwartung auf das für den 4. November angekündigte Editorial der Onlinezeitung TREND gewartet, und was kam dann?

Karl Mueller (auch bekannt als Karl-Heinz Schubert, Miriam Verleger, Peter Schulz u.a.) erfrechte sich, ein ganzes Editorial zu schreiben, ohne uns auch nur ein einziges Mal zu erwähnen. Staatdessen befaßte er sich mit einer wohl hochdramatischen Veranstaltung im Mehringhof und einem - nicht zustande gekommenen - Vortrag der Herren Uli Krug und Justus Wertmüller vom international berühmten Theorieblatt BAHAMAS, ohne auch nur ein einziges Mal den doch wohl überfälligen und von allen erwarteten Brückenschlag zur KALASCHNIKOW im Allgemeinen und dem berlinweit bekannten Oberschurken Stefan Pribnow im Besonderen herzustellen.

So geht`s nicht. Die Chance, uns mit seinem Getue in Ruhe zu lassen, hätte er vielleicht noch vor einem Jahr gehabt. Aber jetzt wollen wir unser Fett. Und zwar jedes Mal. Wie sonst sollte die (un)interessierte Öffentlichkeit über unsere Gaunereien aufgeklärt werden. Außerdem kann es nicht angehen, daß uns ein Käseblatt wie die Reiselektüre BAHAMAS den Rang abläuft. Demnächst kramt er wohl noch JUNGLE WORLD, ALASKA oder gar KONKRET hervor. Was sagt eigentlich sein Cheftheoretiker "Info-Stefan" dazu?

Im übrigen merkt man ja schon am Artikel "Freudsche Fehlleistung" (TREND 11/2000), daß er`s einfach nicht kann. Gerade mal eine Seite hat sein Geschmonzes hergegeben. Argumentationsniveau hart an der Nullgrenze. Abgesehen von zwei wichtigen Literaturhinweisen und ein paar hämischen Bemerkungen zum ideologischen Zustand der revolutionären Linken, wo er zwar recht hat, wofür es aber kaum einen Nobelpreis geben wird, wird die geneigte Leserschaft davon informiert, daß Siegmund Freud ein "Penisneidtheoretiker (ist) ... der die biologistische Rechtfertigung der Unterdrückung der Frau zu seinem zentralen Thema erkoren hatte..."

Wir sind zwar auch keine Freudianer, aber dieses Urteil scheint doch etwas karg. Also ist jetzt nach Kalles Meinung auch Freud nicht mehr zitier- bzw. diskursfähig. Uns würde ja wirklich mal interessieren, wer am Ende noch übrig bleibt. Marx noch? Na lange kann das nicht mehr angehen. Jedenfalls sind TREND-Editorials schon seit längerer Zeit nichts anderes als Schwarze Listen, auf denen angegeben wird, wer alles auszugrenzen sei bzw. wem "kein Forum geboten" werden dürfe.

Na, wenn`s Spaß macht. Wir jedenfalls wollen jetzt auch unseren Spaß und bestehen auf unserer monatlichen Anmache.

In freud(!)iger Erwartung des TREND 12/2000.

  • Autor: Charly Kneffel
    Verwertung: © Philosophischer Salon e.V., Berlin
    Quelle: www.roter-salon.info
    Erstveröffentlichung: www.kalaschnikow.info
    Update: Berlin, Mo., 06.10.2000