Marilyn
Eine Hommage an die Monroe
Am 2. Juni 1962 starb Marilyn Monroe, eigentlich Norma Jean Baker im Alter von 36 Jahren. Sie wurde in ihrer New Yorker Wohnung aufgefunden. Als Todesursache wurde eine Vergiftung mit Schlaftabletten festgestellt. Also Selbstmord. Nie sind die Gerüchte ganz verstummt, sie sei ermordet worden. Möglich wäre es, allein schon durch ihre Verstrickung in den Kennedy-Klan war sie gefährdet. Aber wahrscheinlich ist das nicht, zu sehr riecht das alles nach Legendenbildung. Manche ihrer Verehrer wollen einfach den Selbstmord nicht wahrhaben.
Dabei war Marilyn Monroe selbst immer eine Legende. Ihre Person verschwand auf faszinierende Weise hinter ihrem Image und den Wünschen ihrer, vor allem männlichen Fans.
Ihre Filmkarriere dauerte von 1947, als sie in Dangerous Years eine Kennerin spielte bis zu Misfits (1961) an der Seite von Clark Gable. Der 1962 angefangene Film Something´s Got to Give, berühmt wegen ihrer Nacktszenen im Schwimmbad, wurde nie vollendet. Da war die Monroe schon zum Schrecken der Regisseure und Filmgesellschaften geworden. Von 30 Drehtagen, die es vor ihrem Tod noch gab, erschien sie nur an zwölf, und auch da nicht pünktlich. Sie stand kurz vor dem Rauswurf.
Marilyn Monroe war immer dreierlei ein Filmstar, der keineswegs nur durch sein Aussehen, sondern auch durch schauspielerische Leistungen auf sich aufmerksam machte, eine begabte Sängerin und ein Sexsymbol, dessen Privatleben auf den Titelseiten der einschlägigen Magazine ausgebreitet wurde. Sozusagen eine öffentliche Person. Daneben erweckte sie aber auch Beschützerinstinkte - nicht nur bei Männern - wegen ihrer Verletzlichkeit.
Als Filmstar musste sie sich von den hinteren Plätzen, fast noch Komparsin, hervorarbeiten. Summer Lightning (ursprünglich Scudda Hoo! Scudda Hay!) Ladies of the Chorus, das war noch Kategorie B, auch der kurze Auftritt im letzten Kino-Film der Marx-Brothers "Love Happy" machte allenfalls auf sie aufmerksam. Wirklich änderte sich das erst 1952, als sie in We´re not married neben den unvergessenen Ginger Rogers und Fred Allen eine Hauptrolle bekam und Don´t bother to knock mit Richard Widmark.Es folgten Monkey Business mit Cary Grant, Niagara mit Joseph Cotten und Gentlemen Prefer Blondes mit Jane Russell , dessen Titelsong We´re just two little girls from Little Rock in der Ära Clinton noch einmal (warum wohl?) populär wurde.
Zu diesem Zeitpunkt rückte auch Marilyn´s Privatleben immer mehr in die Klatschspalten und als 1952 ein farbiges Aktfoto aus dem Kalender Golden Dreams wieder ausgekramt wurde, stand für kurze Zeit ihre Karriere auf der Kippe. Sie meisterte die Affäre, auch, weil das Publikum, trotz aller amerikanischen Prüderie und Hochphase der McCarthy-Ära nicht wieder eine begabte Künstlerin und Schönheit verlieren wollte.
Marilyn Monroe war dreimal verheiratet: zuerst die Ehe mit einem Herrn Doherty, die sie nach eigenen Worten nur einging, um aus dem Waisenhaus herauszukommen, dann die kurze Ehe mit dem Baseball Star Joe Di Maggio, dem Simon und Garfunkel in Mrs.Robinson ein Denkmal setzten, schließlich die Ehe mit dem Schriftsteller Arthur Miller, der - auch mit ihrer Hilfe - vor dem "Untersuchungsausschuß wegen antiamerikanischer Umtriebe" (angeregt durch den berüchtigten Senator Joseph McCarthy) eine gute Figur machte und sich die Arbeitserlaubnis erhalten konnte. Marilyn hat mit den beiden letzten Ehen sicher auch versucht, an ihrem Image zu arbeiten. Mit Joe DiMaggio gehörte sie endlich dazu: Baseball war damals unangefochten die populärste Sportart in den USA. Mit Arthur Miller bekam sie, bis dahin immer das blonde Dummchen, etwas ab vom intellektuellen Flair.
Die 50er Jahre waren dann Marilyn´s goldene Jahre. How to marrie a millionaire mit Betty Grable und Lauren Bacall, River of no return mit Robert Mitchum, in dem sie allerdings eine krasse Fehlbesetzung für die Rolle der Kay Weston, Bus Stop und Some like it hot mit Tony Curtis und Jack Lemmon, wo sie die Rolle der Damenband-Sängerin Sugar spielt. Schließlich Let´smake love mit Yves Montand und Frankie Vaughan. Am Ende Misfits- Clark Gable erlag diesem Film.
Was weniger bekannt ist: auch ihre Songs wurden Welterfolge., ob My heart belongs to daddy, Runnin´wild, I wanna be loved by you, i´m thru´with loveRiver of no return, One silver dollar, We´re jst two little girl from Little Rock oder Diamonds are a girl´s best friend. Von besonderer Bedeutung blieb ihr letztes Lied: Happy birthday Mr. President Doch danach ließ sich der Präsident für sie verleugnen, er war nicht mehr zu sprechen.
Was bleibt ist eine Erinnerung. Und faszinierend, dass die lange Verstorbene bis auf den heutigen Tag ihre Fans hat, auch unter jüngeren. Warum das so ist? Es gibt viele Erklärungen, aber keine greift so richtig. Sie ist längst ihr eigener Mythos und ein unverwechselbarer Bestandteil der Filmgeschichte.
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Autor: Charly Kneffel
Verwertung: © Philosophischer Salon e.V., Berlin
Quelle: www.roter-salon.info
Erstveröffentlichung: www.kalaschnikow.info
Update: Berlin, Di., 05.06.2001
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