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im Roten Salon


Widerstand in Dschenin zusammengebrochen

Israel trotzt Druck der Weltmeinung

Der letzte Widerstand im von der israelischen Armee angegriffenen palästinensischen Flüchtlingslager Dschenin ist am Mittwoch zusammengebrochen. Etwa 200 palästinensische Kämpfer hätten sich den israelischen Streitkräften ergeben, hieß es aus Militärkreisen. Dabei wurden von palästinensischer Seite auch Vorwürfe erhoben, einige Kämpfer seien noch nach ihrer Kapitulation von der Armee erschossen worden.
Ministerpräsident Scharon erklärte - ganz im Stile des US-Präsidenten Bush - die israelische Offensive werde fortgesetzt, bis das Ziel, die Beseitigung des Terrorismus und konkret die Zerschlagung der "terroristischen Infrastrukur" erreicht sei.

Die israelische Armee verhielt sich uneinheitlich: während sie sich aus einigen Orten zurückzog, griff sie in anderen Orten an. So eroberten sie den Ort Daharia. Während US-Unterhändler Zinni seine Verhandlungen mit Palästinenser-Führern in Jerusalem fortsetzte, wurde bekannt, dass sich US-Außenminister Colin Powell, der seine Rundreise in verschiedene Länder des Nahen Ostens angetreten hat, am Wochenende auch mit PLO-Chef Arafat zusammentreffen wird. Er werde Arafat in dessen Hauptquartier in Ramallah, das unterdessen eher einer Arrestzelle gleicht, besuchen, erklärte Powell in Madrid.

In Madrid hatten sich derweil - neben Powell - auch die Außenminister der EU, Rulands und Vertreter der UNO versammelt, wo 1991 der Friedensprozeß eingeleitet worden war. Sie forderten Israel auf, sich "sofort" aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen. Auch die PLO solle den Terror beenden bzw. diesen unterbinden.

Während in Haifa bei einem Selbstmordattentat außer dem Attentäter auch acht Israelis ums Leben kamen, scheiterte in Hebron ein solches, vermutlich weil der Sprengstoffgürtel zu früh explodierte. Außer dem Attentäter kam niemand um. Daneben wird der Tod von weiteren 5 Palästinensern an verschiedenen Stellen gemeldet, teils bei Gefechten mit der israelischen Armee.

  • Autor: © Charly Kneffel, Berlin 10.04.2002
    Verwertung: Philosophischer Salon e.V., Berlin
    Quelle: www.roter-salon.info
    Erstveröffentlichung: www.kalaschnikow.info
    Update: Berlin Fr., 28.06.2002