Charlys Homepage |
Vom Amselfeld zum Hindukusch, von Belgrad bis Bagdad
Seit dem 11. September 2001 soll sich alles verändert haben: seit Flugzeuge, die dem Terroristen Osama Bin Laden und seiner Organisation zugeschrieben werden, die beiden Türme des World Trade Centers in New York und einen Teil des Pentagon-Gebäudes zerstört haben, sind die USA zu einem "Krieg gegen den Terror" angetreten. "Enduring freedom", andauernde Freiheit heißt die Übung. Und unter diesem Zeichen sollen nun überall auf der Welt "Schurkenstaaten", unter ihnen die "Achse des Bösen" aus Irak, Iran und Nordkorea, aber auch terroristische Organisationen in aller Welt, unter denen lateinamerikanische Organisationen wie z.B. die FARC, aber auch die venezuelanische Regierung unter Präsident Chavez, insbesondere natürlich der Schurken-Oldie Kuba einen herausragenden Platz einnehmen, erledigt werden.
Das kann lange dauern, meinte dazu Verteidigungsminister Rumsfeld. In der unmittelbaren Folge des 11. September überwog bei weitem die emotionale Reaktion und Hunderttausende solidarisierten sich, z.T. vorschnell, mit dem vermeintlichen Opfer. Die Verbrechen des 11. September zu bagatellisieren, fällt niemandem ein, aber mittlerweile acht Monate nach den Attentaten ist es doch an der Zeit, in einem linken Umfeld die Auswirkungen, die damit zusammenhängen sollen, zu analysieren und zu fragen: was bedeutet das für die Linke in Deutschland, aber auch für alle anderen.
Die Auswirkungen sind allgemein spürbar: der unmittelbare Hauptgegner Afghanistan bzw. das dortige Taliban-Regime wurden beseitigt, weitere Aktionen stehen - offen angekündigt - an: Iraks Regierung soll, so oder so, gestürzt werden, ob und wann es militärische Schläge gegen Somalia oder den Sudan (auch andere Länder sind im Gespräch) gibt, steht noch nicht fest. Auch in anderen Teilen der Welt wird aufgeräumt. Die "befreiten Gebiete" der FARC sind davon ebenso betroffen wie die Regierung Chavez in Venezuela. In den ehemaligen Sowjetrepubliken im Süden Russlands sind z.T. amerikanische Soldaten (Spezialisten) stationiert, die der georgische Präsident Schewardnadse als "unsere Freunde" bezeichnet. |