Das war die Nahost-Konferenz
2. Außenpolitische Konferenz des Philosophischen Salons durchgeführt
Das war´s dann also: Am 28.September fand wie angekündigt die zweite außenpolitische Konferenz des Vereins "Philosophischer Salon" statt. Eine kleine "Panne" hatte es allerdings bei der Terminplanung gegeben: als wir die Konferenz ansetzten, war uns der Termin des zweiten Jahrestages der Al-Aksa Intifada "durchgegangen". Das kostete zwar einige Teilnehmer, die - verständlicherweise - lieber an der Solidaritätsdemo teilnehmen wollten, brachte andererseits der Konferenz aber auch eine nicht geplante Aktualität und Brisanz. So waren es denn insgesamt etwa 100 Personen, die an der Konferenz teilnehmen, allerdings über den ganzen Tag verteilt.
Die Konferenz selber dürfte, nach den ersten Diskussionen zu urteilen, die wir nach der Konferenz führen konnten, die Erwartungen der Teilnehmer befriedigt haben. Geplant war ursprünglich eine arbeitsintensive Fachkonferenz, zwischenzeitlich sah es so aus, als bekäme die Konferenz einen anderen Charakter. Schließlich wurde sie es doch.
Als Referenten befaßten sich (in der Reihenfolge des Auftretens) Fritz Teppich, Stefan Bollinger, Shraga Elam, Dieter Elken, Richard Herding, Klaus Wagener, Said Dudin (der auch die meiste Zeit moderierte) und Peter Feist mit verschiedenen Fragen im Umfeld des Nahost-Konfliktes, so über das Existenzrecht Israels (Elken), die Geschichte des Zionismus (Teppich), Guerilla-Krieg und Völkerrecht (Herding), Zionismus als Kolonialbewegung (Dudin), die anti-deutsche Linke und der "Anti-Antisemitismus" (Wagener) Geschichte des Nahost-Problems (Bollinger) und ethnische Säuberung in Palästina (Elam). Dazu kamen noch andere Themen. Die gesamte Konferenz wurde auf Tonband aufgenommen und wird sukzessive, wenn möglich später auch in einem Konferenzreader , veröffentlich.
Schon seit Anfang Juli ist aber der "Philosophische Salon" wie auch die Zeitschrift Kalaschnikow, deren Redaktion bei der Konferenz-Organisation federführend war, Zielscheibe einer Kampagne, die in immer neuen Wellen und zu den unterschiedlichsten Anlässen versucht, das Kalschnikow-Projekt in eine rechte Ecke zu drücken und in Zusammenhang mit "Querfront-Strategien" zu bringen. Dies hatte angefangen mit einer Intrige im Umfeld der "Achse des Friedens", ging weiter durch offenbar gezielte Versuche, rechtsradikale Postings im Forum zu plazieren, Denunziationen der ehemaligen Kala-Redakteurin Gudrun Eussner (alias: "Pippi Langstrumpf" oder "Aus.Schluß. Feierabend."), allesamt begierig veröffentlicht insbesondere vom Partisan.Net. Allerdings stießen diese Kampagnen auch immer auf heftigen Widerstand in den entsprechenden Foren selbst und konnten unserem Projekt - außer Max Brym - weder Autoren abspenstig machen noch sonstwie schaden.
Den Höhepunkt bildete eine intensive Beschäftigung mit unserer Zeitschrift durch Beiträge in der Jungle World und der einschlägig bekannten Bahamas. Letztere hatte auch zusammen mit anderen zu einer "antifaschistischen" Demo, dern Ziel die "Störung oder wenn möglich Verhinderung" der Konferenz sein sollte. Das gelang nicht. Die - ungefähr - 80 Personen versammelten sich auf der anderen Seite des Franz-Mehring-Platzes, hielten einige Reden (die der Autor dieser Zeilen leider nicht verstehen konnte), schwenkten Transparente mit Aufschriften wie "Nieder mit Deutschland - Es lebe Israel - Hoch der Kommunismus" und ähnlichem Unsinn. Das hatte zumindest den Vorteil, daß die USA-Lobbyisten diesmal nicht auf der Solidaritätsdemo pöbeln konnten. So hatte die Konferenz - unterm Strich betrachtet - nur Vorteile.
Der Philosophische Salon wird die Reihe der außenpolitischen Konferenzen noch im Oktober fortsetzen mit einer Versammlung zum Thema "Irak und die Kriegspläne der USA". Doch dazu an anderer Stelle mehr.
Der Verein Philosophischer Salon und die Redaktion der Kalaschnikow bedanken sich bei den Gästen und Referenten, besonders bei unseren arabischen Freunden für das vorzügliche Essen, und lädt hiermit bereits vorab ein zur nächsten Konferenz am Sonnabend, den 26. Oktober.
Dies ist ein vorläufiger Bericht vom Sonntag. Doch es war" A Hard day´s Night". Und so wird eine gründliche Berichterstattung noch folgen.
- Autor: Charly Kneffel, 29.09.2002
Verwertung: © Philosophischer Salon e.V., Berlin
Quelle: www.roter-salon.info
Erstveröffentlichung: www.kalaschnikow.info
Update: Berlin So., 29.09.2002
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