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Linksruck in der PDSZimmer mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt
Unmut über die verheerende Wahlniederlage vom 22. September sowie Empörung über die Unfähigkeit der PDS-Führung, die Verantwortung für die Wahlniederlage zu übernehmen und stattdessen an ihren Posten zu kleben haben zu einem fühlbaren Linksruck in der Partei des Demokratischen Sozialismus geführt. War im Vorfeld versucht worden, die Parteivorsitzende Gabi Zimmer, die wenigstens noch in Spuren an der eigenständigen Rolle der PDS festhalten wollte, zu mobben und zum Sündenbock zu machen, so zeigte sich jedoch bald, dass die Stimmung auf dem Parteitag eine ganz andere war als in den Leitungsgremien in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, die vorher alles zur Schwächung der Parteivorsitzenden getan hatten, was irgend möglich war. Doch in der Stunde der Bedrängnis zeigte die als blaß angesehene Vorsitzende bei weitem mehr Format als ihr zugetraut worden war. Sie akzeptierte ihre zweifache Niederlage im Bundesvorstand der Partei, die ihre Entschließungsanträge abgelehnt hatten, nicht und brachte den Antrag selbst ein, der dann auch mit großer Mehrheit von den Delegierten akzeptiert wurde. Bereits zu diesem Zeitpunkt entschloß sich Bundesgeschäftsführer Dieter Bartsch, der eigentlich zum Vorsitzenden gewählt werden wollte, zur Aufgabe, so dass nur der als "Kompromisskandidat" gehandelte ehemalige Vorsitzende der Bundestagsfraktion Roland Claus, als Gegenkandidat Zimmers übrig blieb. Claus handelte denn auch mit nur 96 Stimmen bei 279 Stimmen für Zimmer eine vernichtende Niederlage ein. (Prozentergebnisse: Zimmer 69,2 Prozent; Claus 23,8). Petra Pau, die im Vorfeld versucht hatte, für sich selbst eine Mehrheit in den Landesverbänden zu organisieren, hatte bereits vor Tagen ihre Bemühungen eingestellt. |