Claus Hebell |
Ich habe davon abgelassen in der Phänomenologie des absoluten Wissens (Hegel) nach dem Abschließenden zu fahnden, das die Diskurse auf den Punkt bringt
![]() Pietà oder die Revolution bei Nacht (Psychische Implikationen) Vorweg Als philosophisch-akademisch belesener Fach-Crétin sah ich mich an einer bestimmten Stelle meines Lebens der Erkenntnis ausgesetzt, dass die Philosophie 'Anfang und Ende' nicht kennt. Der Augenblick trat ein, als ich die "Bibliothek von Babel" betrat und vor den unendlichen Reihen der dort aufgestellten Bücher in Ohnmacht fiel. Allein in dem Buch "Big Business and Cold War" lasen hunderte Millionen ihren Tod, den man lächerlich und natürlich fand, und als ich zu Ende geblättert hatte - das heißt, ich gelangte überhaupt nicht bis ans Ende -, war ich 109 Jahre alt, metaphorisch gesehen also älter als Gott. Seitdem habe ich davon abgelassen in der Phänomenologie des absoluten Wissens (Hegel) nach dem Abschließenden zu fahnden, das die Diskurse auf den Punkt bringt. Stellt man Hegel "vom Kopf auf die Füße", um ein Beispiel aus der Unendlichkeit der Diskurse herauszugreifen, wird alles zwar logischer und empirisch-rationaler, aber das revoltierende ruhelose "Subjekt" und die ihm immanente "Geschichtsumtriebigkeit" kommen, scheint mir, auch im Materialismus und der 'Dialektik der Akkumulation' nicht zur Ruhe, wie schon Ernst Bloch in seiner Untersuchung "Das Materialismusproblem" feststellte, weshalb er die nicht-materialistische Kategorie des Noch-Nicht aufstellte und damit eine Revolution der Verschiebung auslöste. Die Kategorie ist die des Utopischen. Repräsentiert sie einen Rückfall in den ontologischen Futurismus, der das "Prinzip Hoffnung" schon immer Lügen strafte? Man erinnerte an La Mettrie (geb. 1709 ), der in L´homme plus que machine (Die perfekte Maschine Mensch) den Antropo-Homunculus auf den Status eines konstruierten Apparates reduzierte und sein Cogito als Roboter vorwegnahm. Nachts lief der Philosoph dann aber durch sein Haus, drohte mit der Faust nach oben und brüllte Flüche über Gott zum Himmel. War er die leibhaftige Verkörperung der Leib-Seele Dialektik oder nur ein Popanz schlechter Unendlichkeit? In analogem Sinn liegen scheinbar die erkenntnistheoretischen Wurzeln, die unter dem Humus von Sartre zu Foucault und vor diesem zu Bourdieu führen, in reflexiver Unbedachtheit, wenn man nicht annehmen will, die Philosophie sei ein Hüpfmädchen, das mit seinen Freundinnen hopscotch spielt und beliebig oft von einem Feld ins andere übertritt, was unheimlich viel Spaß macht. Es bleibt vermutlich nur der ewige Diskurs und die gattungsethisch artige Erwartung, während die gesamtgesellschaftliche scientific working community weiter vor sich hinwurstelt, dass man langsam von der précarisation (Bourdieu) zerfressen wird oder zuletzt vor dem vollendeten Abgrund aufwacht. Mit der unapetitlichen Empfindung der ewigen Wiederkehr des gleichen stellt soetwas schon Plato fest, als er sich nach einem Besuch bei Dionysius und dem System der Klaustrophobie auf dem Sklavenmarkt von Syrakus wiederfindet, nachdem er den Tyrannen in der edlen Kunst der politischen Philosophie und der philophischen Politik zu unterweisen versucht hatte. Mit dem Versuch seine Haut durchs Kapital zu retten begründet er den alteuropäischen Warenfetischismus, ein "Verhängnis", das sich in den Mythos des Tausches auflöste und sich in der postmorto-modernen Ästhetik zum sexuellen Neoliberalismus aufbläht (hierzu das Studium von Houllebeqs "Platatforme"). Andererseits fordert sogar Bourdieu einen mythos redivivus um das verlorene Cogito mit etwas mehr reflexivem Bewusstsein auszustatten, damit es aus seinem anthropologischen Schlaf erwache, den Foucault in "Les mot et les choses" doch erst so fröhlich eingeläutet hatte. So bewegen sich Beteiligte und Interessierte in einem Diskursmodell, bei dem das Subjekt sich vielleicht erst theoretisch differenziert und sich sprachsachlich und sachsprachlich von sich und seinen geistigen Konsumidiotismus, seiner solipsistisch-apriorischen Badewannenexistenz, den Witzorgien des Medienfetischismus, dem Labyrinth populärer Irrtümer emanzipiert, wenn auch vielleicht nur ganz am Schluss mit seiner letzten Frage, die der Mann vom Land dem Türhüter stellt, da ja alle nach dem Gesetz zu streben scheinen. Wer nicht redet, fällt aber vielleicht tot um, sagte der chinesische Weise, der schon lange geschwiegen hatte. Schweigend lieferte er sich den dunklen Wegen der Geschichte aus. Einer schwieg und fiel tot um oder hatte er zuviel geredet? Philosophische Fragen oder: was ich gerne diskutieren würde 1. Materialismus als freundliche Anthropologie nach Sartre und seiner "Critique de la raison dialectique ("Kritik der dialektischen Vernunft") Gibt es sowas? In Verbindung mit Sandkühler "Plädoyer für den historischen Materialismus als Philosophie". (Texte in: "Theorien des historischen Materialismus") 2. Thesen zur erkenntnistheoretischen Ausgangslage des Materialismus und seinen Fragestellungen. Gibt es einen (keinen) fertigen Materialismus? Engels, Althusser, Fetscher, Ulbricht, Honi, Harig (Kal.)? Wie lässt sich das auf die Globalisierung übersetzen? 3. Gibt es eine dialektische Kosmologie (oder Physik)? Siehe Hegel-Engels und der Teilchenzoo. Gibt es einen Hegel-Engelianismus? 4) Bewusstsein und Geschichte. Ist die Auseinandersetzung Camus-Sartre über die Aktivierung von Geschichtsbegriffen noch philosophisch interessant? Lassen sich Diamat und Histomat auf den kalten Krieg anwenden? Wenn ja, wie, wenn nein, warum nicht? 5) Persönliche Klärungsversuche des Verhältnisses von historischem Materialismus und Evolutionstheorie ( Darwin). Die Widersprüche stehen ungeklärt im Raum. 6) Lassen sich die Schwarzbücher der Opfer der Geschichte und ihrer Systeme gegen einander abklären? Gibt es eine Philsophie der Opfer der Geschichte? 7. Inwiefern widerspricht die Nicht-Verallgemeinerbarkeit westlicher Lebensmodelle der Erwartung die "Geschichte" müsse noch was Schöneres auf Lager haben? Erwartungshorizonte und globale Umverteilung. 8. Hat das Scheitern des sowjetischen Kommunismus mit seiner ökonomischen Praxis das Programm des Marxismus-Leninismus falsifiziert? 9. Bourdieu und Camus: Gibt es handlungspragmatische Ableitungen von Camus Programmen der historischen Verweigerung zum Programm der Stände-Versammlung von Bourdieu? Wie sähen sie im einzelnen aus? 10. Globalisierung und Eindimensionalität: Marcuse, Chassudowski "Global Brutal (erschienen im Verlag 2001). Lässt sich die globale Umverteilung ökonomisch präzisieren und in materialistischen Kategorien fassen? 11. Wie verhalten sich Materialismus und Genetik zueinander? Gibt es da überhaupt ein Verhältnis? 12. Popper und Lenin - eine mögliche Paarung? Zum Verhältnis von Falsifikationismus und Empiriokritizismus als Diskussionsmöglickeit. 13. Lassen sich die Thesen der Kritischen Theorie (Frankfurt am Main) und der DDR-Philosophie irgendwie dialektisch syntethisieren? Gab es überhaupt so etwas wie eine Philosphie der DDR? Gibt es sie womöglich noch? 14. Ist bei Simmels Philosophie des Geldes noch irgendwas zu holen? Wenn ja, warum? Existiert da ein Verhältnis der Kritik zum "Kapital"? 15. Ideen zur Philosophie des Auto-Kanibalismus des "produktiven Subjekts" oder: das kuhäugige Zusehen der Intellektuellen bei der Wegrationalisierung der Lebensgrundlagen der spekulativen Produktionsgenossenschaft West. Darf man über Herbert Gruhls "Ein Planet wird geplündert" noch reden? Vernutlich nicht (?) oder nur mit ganz bestimmten Leuten. 16. Bin Laden sind wir. Wie lässt sich diese Aussage philosphisch entfalten? 17. Was ist von Baudrillards Behauptung zu halten, dass der "Geist des Terrorismus" seine "eigene Methapysik" besitze? Was von seiner Aussage, das Bewusstsein werde von den Medien so absorbiert, dass die soziale Realität verschwindet? 18. Ist der Techno-Pessimismus von G. Anders ("Die Antiquiertheit des Menschen) erkenntnistheoretisch haltbar? Wenn ja, was bringt er? Planspiel und Comic- Fragen- unmaßgebliche Programmvorstöße einer postmetaphysischen Rekonstruktion der Postmoderne "Die Destruktion des anthropologischen Vierecks" aufs Tablett (Foucault-"Les mots es les choses") 1) Ausgangslage: L. da Vincis Essay: Das Anthropo-Kontinuum zwischen Unendlichkeit und Nichts? Zur Orientierungslosigkit des Irrwesen-Cogito im Labyrinth der Protokollsätze (Carnap) und ihrer spekulativen Ränder. Rortys "Spiegel" in diesem Zusammenhang. Philosophie als Nur-Metapher? 2) Das imaginäre Cogito zwischen Bewusstseinsexpansion und Overkill-In-der Welt-Sein. Ist eine nachkantische Ethik des Post-Kalten Krieges, die die Verzerrungen des Technoiden konstruktiv umgreift, vorstellbar? Lässt sich die kantische Zweck-Mittel-Metaphysik auf das nachmetaphysche Nicht-Cogito ansetzen? 3) Die Nicht-Verallgemeinerbarkeit eurozentrierter Lebensweltaprioris (Dilthey) mit der Richtung auf das Néant des Konsumptions-Totalitarismus im spezifisch abendländischen In-der Welt-Seins-Modus. 3.1) Das Rohe und das Gekochte (Strauss) - die nachmetaphysische Konsumptions-Ästhetik als megalomaner Magenmythos im Zusammenhang primitiver Bewusstseinskonstanten? Das Cogito auf dem Irrweg durch die Phänomene des prä-phenomenologischen Bewusstseins als Wissenschaft von der Erfahrung des Nicht-Bewussten? Kurz: Die Vernichtung der Welt in der Prozessualität der Hochzivilisation (Elias) und der bewusstlos vor sich hinproduzierende System-Spirituskocher? 4) Baudrillard und die ontologische Differenz (nur heuristisch): das Verschwinden des Cogito in der Medienvermittlung als radikalste Form von "Uneigentlichkeit"? (Heidegger). Die Unfassbarkeit genuiner Infomation und die parallele Mythisierung der globalen Kommunikationsmittel: "Mythos Internet. Erfurt oder gibt es virtuelle Leichen, Morde, Schuld? Auflösung der Kategorien. 5) Experimentum mundi als korporeller Warenfetischismus: Houllebecqs "Plataforme" und die "Philosophie dans le boudoir" als universalia in rebus. Das verlorene imaginäre Cogito als Zuschauer der globalen Verkörperlichung und des olympischen Scheins im planetarischen Gruppensex auf der Ebene literarisch-medialer Vermittlung. Der Absturz ins Wunstwerk als Vorschein einer postadornitischen Miniaturethik? 6) Die Diskurstheorie des "heilsamen Wahnsinns" (Plato) und das Verschwinden des Cogito in den neurophysiologischen Verstecken des zentralen Nervensystems (Eccles/Popper). Vor dort aus Abgang mit Nietzsche und dem Teufelspakt des Dr. Faustus (Mann)? Die Wiedergeburt des Cogito aus dem Geist der DNA-Manipulation. Das Cogito und die Rückkehr des Dschungels. Gorillas im Nebel. "Nun schreiten wir im Dunkeln über eine Lichtung" (Heidegger). Re-Rustikalisierung. Mögliche Wendung zur Dramaturgie? Incipit Pirandello-Leporello und die Maskenjongleure des Futurismus. Die Epoche der Bewusstseins-Clashe und die totale Third Culture-Replica-Kultur (edge.org.). Der Regress des unbekannten Cogito in die Höhlen Bin Ladens ls den Höhlen der Propheten und den Höhlengleichnissen eines schnatterndesn Babarenvolkes. Anders gefragt: ist eine völlig andere Philosophie als die bisherige denkbar? Bitte anrufen, wer sich für die Fragen interessiert und sie zwnaglos oder auch mit Literatur diskitieren möchte.
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